was war die intention
so zu gestalten

 

Sicher war die gesamte Entwicklung nicht von Anfang an exakt geplant.
Es hat sich manchmal einfach eins ins andere gefügt und oft kamen Anstöße von außen, die eine bestimmte Entwicklung zur Folge hatten.

Was von Anfang an feststand war der Wille ökologischen Gartenbau zu betreiben und die erzeugten Produkte möglichst direkt an den Verbraucher zu vermarkten. Ohne künstliche Dünge- und Spritzmittel zu arbeiten ist uns ein Anliegen, um die Natur, im allgemeinen, zu schonen und somit aber auch unseren unmittelbaren Lebensbereich. Unsere Kinder sollten jederzeit unser Gemüse ernten und essen können ohne durch irgendwelche chemischen Mittel Schaden zu nehmen. Diese Entscheidung verlangt aber den gesamten Anbau umzugestalten. Es reicht nicht, einfach nur die synthetischen Mittel wegzulassen! Die Düngung muss umgestellt werden, Nützlinge gefördert, teilweise auch zugekauft werden, das unerwünschte Beikraut muss in aufwändiger Hand- oder Maschinenarbeit beseitigt werden.
Die extra angelegten Hecken bieten Nützlingen Lebensraum, sie erfreuen aber auch die Menschen wenn sie grünen, blühen und Früchte tragen.

Um Energie zu sparen haben wir beschlossen unsere Gewächshäuser nicht zu heizen. Das wäre ökologisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll. Trotzdem können dort über den Winter verschiedene Kulturen angebaut werden. Bei Frost kann aber nicht geerntet werden und es findet auch kein Wachstum statt. Dann ist im Produktionsbetrieb wirklich Winterruhe.

Arbeitslos sind wir aber trotzdem nicht.
Die Vermarktung beschäftigt uns das ganze Jahr über. Was wir in unserem Betrieb nicht erzeugen können handeln wir zu. Natürlich nur aus 100 % ökologischem Anbau und so regional und fair wie möglich.
Schon vom Betrieb der Eltern war uns der Verkauf auf dem Wochenmarkt vertraut.
Die Gelegenheit eine Liefertour in München zu übernehmen wurde uns von einem Kollegen angeboten, der aus unserer Gegend weggezogen ist.

Die Idee eine Selbsternte- Möglichkeit für Verbraucher anzubieten, entwickelte sich anfangs durch die Nachfrage von Freunden und Bekannten. Diese Art von Vermarktung setzt voraus, dass unser Betrieb für die Kunden offen ist und sie sich auf dem ganzen Gelände jederzeit umschauen können.
Als Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau sind wir nicht nur für unsere Kunden offen, sondern auch für Kollegen, Reisegruppen, Kindergärten, Schulen und Besucher, die auf unserem Betriebsgelände ökologische oder pädagogische Veranstaltungen durchführen wollen. Offen sind wir auch für Menschen, die bei uns ein Praktikum absolvieren wollen.

Auch die Möglichkeit ein freiwilliges ökologisches Jahr bei uns zu machen, ist auf die Nachfrage einer jungen Frau zurück zu führen, die dieses Jahr unbedingt bei uns machen verbringen wollte. Eine Mitarbeiterin des Tagwerk- Fördervereins suchte vor einigen Jahren einen Betrieb, auf dem sie Kinderzeltlager durchführen könnte. Als Besonderheit bei diesen Zeltlagern boten unsere Kinder mit ihren Pferden Ausreitmöglichkeiten an. So haben sich unsere Zeltlager entwickelt, die wir nun in den Pfingst- und Sommerferien anbieten.
Bei einem dieser Zeltlager nahmen zwei Kinder mit erhöhtem Hilfsbedarf teil. Ihnen gefiel es so gut bei uns, dass ihre Eltern auf die Idee kamen ihre Kinder am Nachmittag, nach der Schule bei uns betreuen zu lassen.
Wir stellten ihnen einen Raum zur Verfügung und die Möglichkeit sich auf dem Betriebsgelände aufzuhalten und dadurch auch Kontakt zu uns und unseren Mitarbeitern zu bekommen.

Diese Erfahrung wiederum veranlasste Verantwortliche der Fröbelschule eine ganze Schulklasse einmal wöchentlich zu uns zum Praktikum zu schicken.
Inzwischen wurde nun hier ein Schulgebäude erstellt um eine Berufschulklasse das ganze Jahr bei uns zu unterrichten.
So ist die gesamte Entwicklung unseres Betriebs ein Zusammenspiel von Impulsen und unserer Reaktion darauf, diese Ideen so zu verwirklichen, dass letztendlich für alle Seiten ein Gewinn entsteht.